Bild: citypress

Kategorie: unnötig und vermeidbar

Der Rückrundenauftakt lief für Hertha BSC nicht wie gewünscht. Dabei hätten die Berliner das Spiel vor allem in der ersten Halbzeit für sich entscheiden können.

Stuttgart/Berlin - Natürlich, niemand verliert gerne. Jede Niederlage ist schmerzhaft, ärgerlich und frustrierend. Doch es gibt Niederlagen, die einen mit einem ganz besonders bitteren, einem faden Beigeschmack zurücklassen. Genau so eine Niederlage kassierte Hertha BSC am Samstag (13.01.18) zum Rückrundenauftakt. Mit 0:1 unterlagen die Blau-Weißen beim VfB Stuttgart - und das in einem Spiel, das sie nie und nimmer hätten verlieren dürfen. Nicht nur, weil der Hauptstadtclub über weite Strecken das kontrollierende Team war, mehr Zweikämpfe gewann, mehr Ballbesitz und die klareren Möglichkeiten hatte, sondern auch, weil der einzige Treffer an diesem Tag ein Eigentor von Niklas Stark war. "Wir hätten das Spiel gewinnen müssen, weil wir über 90 Minuten die bessere Mannschaft waren", gewährte Fabian Lustenberger nach Schlusspfiff einen deutlichen Einblick in das Berliner Gefühlsleben.

Nach den ersten 45 Pflichtspielminuten im neuen Jahr hatte es dort noch ganz anders ausgesehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Berliner die eigene Vorgabe erfüllt und an die guten Auftritte unmittelbar vor der Winterpause angeknüpft. Defensiv kompakt, bissig in den Zweikämpfen und reaktionsschnell bei den zweiten Bällen, ließen sie den heimstarken VfB nicht zur Entfaltung kommen. Auch im Spiel nach vorne setzten die Herthaner Ausrufezeichen - spätestens nach der Anfangsviertelstunde lag die Führung für die Dárdai-Schützlinge in der Luft. "Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, hatten gute Spielzüge und gute Chancen, aber wir haben es verpasst, in Führung zu gehen", sagte Pál Dárdai. Der Ungar wird bei dieser Aussage vor allem an den Pfostenschuss von Valentino Lazaro (23.) und die Aktionen von Salomon Kalou (31., 40.) gedacht haben. Der Ivorer hätte in seinem 100. Bundesliga-Spiel die Blau-Weißen mit seinem Kopfball kurz vor der Pause in Führung bringen müssen.

Den Gegner ins Spiel kommen lassen

Vermutlich war auch in den Minuten nach Wiederanpfiff das Berliner Gefühlsleben bestimmt von Zuversicht. Mit Recht, schließlich blieb der Hauptstadtclub tonangebend. Doch dann kippte das Spiel. Dárdai beschrieb diese schlussendlich spielentscheidende Phase wie folgt: "Wir sind nach einer Stunde ungeduldig geworden, haben die Kontrolle verloren und die Stuttgarter aufgebaut", merkte der 41-Jährige selbstkritisch an. Eine Einschätzung, die Marvin Plattenhardt teilt. "Uns fehlten die klaren Aktionen, die hundertprozentigen Chancen, die wir noch in der ersten Hälfte hatten", sagte der Linksverteidiger. Auch die Gastgeber, die eigentlich nur in der Anfangsphase eine Möglichkeit durch Mario Gomez hatten, bewerkstelligten wenig Konstruktives im Spiel nach vorne.

Gesagt...

"Ich musste den Ball noch berühren, sonst wäre es ein Foul gewesen. Mit ein bisschen Pech ist er dann reingefallen."

Niklas Stark

Als alles auf eine Nullnummer zum Auftakt - und damit auf das sechste ungeschlagene Auswärtsspiel in Serie hindeutete - ließ eine Szene das Gefühlsleben der Berliner umschlagen. Ein Klärungsversuch von Niklas Stark senkte sich hinter dem vorgerückten Rune Jarstein ins eigene Tor (78.). "Das war eine blöde Szene von mir. Ich musste den Ball noch berühren, sonst wäre es ein Foul gewesen. Mit ein bisschen Pech ist er dann reingefallen", ärgerte sich Unglücksrabe Stark über diesen Zweikampf mit Gomez und seine Folgen. Einen Vorwurf machte dem sonst so souveränen agierendem Innenverteidiger selbstverständlich kein Kollege. "Das kann passieren. Er hat ansonsten richtig gut gespielt", stellte Davie Selke klar.

Am Freitag wartet Dortmund

Viel Zeit, diese unnötige und vermeidbare Niederlage zu verdauen - und das Gefühlsleben wieder aufzurichten - haben die Berliner nicht. Brauchen sie vermutlich aber auch nicht. "Das Spiel hatte ein bitteres Ende, aber es geht weiter: Nächste Woche kommt Dortmund. Wir sind heiß auf die Partie", sagt Plattenhardt, der wie seine Mitspieler nach der regenerativen Einheit am Sonntag den Montag trainingsfrei hat, ehe am Dienstag (14:30 Uhr) die erste Einheit vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Freitag (19.01.18, 20:30 Uhr) steigt.

(fw/City-Press)

Profis, 29.05.2018
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