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Spielverderber

Hertha BSC feierte beim 2:0 bei Bayer Leverkusen den ersten Sieg 2018 - und das dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einer Premiere.

Leverkusen - Bayer Leverkusen hatte an diesem Samstag (10.02.18) zur großen Karnevalsfeier geladen. Zu Gast im Rheinland, wo die Jecken in diesen Tagen ausgelassen die fünfte Jahreszeit begießen, war Hertha BSC. Der Hauptstadtclub war in den vergangenen Jahren stets ein gern gesehener Gast bei der ‚Werkself‘. Doch nach beinahe zehn Jahren ohne Auswärtssieg entpuppte sich die Mannschaft von Trainer Pál Dárdai als Spaßbremse - und verdarb Bayer beim 2:0-Sieg die Partystimmung. "Wir haben ausgenutzt, dass Leverkusen unter der Woche 120 Minuten gespielt hat. Wir wollten frech sein, das ist uns ganz gut gelungen. Die Jungs haben von Anfang an mit Gier und Leidenschaft gespielt, nach vorne verteidigt und alles in allem verdient gewonnen", ordnete Coach Dárdai die Partie ein.

Tore zum richtigen Zeitpunkt

In Feierlaune waren nach 90 kräftezehrenden, nervenauftreibenden und intensiven Minuten also die Berliner, deren siebter Saisonsieg gleichzeitig der erste in diesem Kalenderjahr war. Auch wenn die Freude sich natürlich anders entlud als bei den rheinländischen Karnevalisten. Das breiteste Grinsen hatte ein Tor-Debütant aufgelegt: Valentino Lazaro. "Ich freue mich natürlich darüber, dass ich endlich mein erstes Tor in der Bundesliga erzielen konnte. In Zukunft will ich noch viele Scorerpunkte sammeln", kommentierte Herthas Nummer 20, bester Vorlagengeber der Blau-Weißen, den wichtigen Treffer zum 1:0 (43.). Ein besseres Timing hätte er fast nicht beweisen können: Das Premierentor widmete der Österreicher seiner Mutter, die an diesem Tag Geburtstag hat. „Das ist ein schönes Geburtstagsgeschenk für sie“, so Lazaro. Dazu gab es noch ein Sonderlob von seinem Trainer. "Tino hat ein überragendes Spiel gemacht. Er ist momentan in einer guten Verfassung", so der Ungar.

Ruhig und abgeklärt: Valentino Lazaro erzielt sein 1. Bundesliga-Tor.

Der erste Treffer fiel - wie es so schön heißt - kurz vor der Pause zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt. Das galt auch für das zweite Tor der Herthaner durch Salomon Kalou (58.). Der Offensivspieler nutzte einen Fehler von Leverkuseners Tah und behielt freistehend vor Bernd Leno die Übersicht. "Mit der Mannschaft erfolgreich zu sein ist das Wichtigste. Ein entscheidendes Tor zu schießen gibt mir zusätzlich ein schönes Gefühl", sagte der Ivorer, mit neun Streichen Top-Torjäger seines Teams. Pál Dárdai stellte treffend fest: "Wir haben im richtigen Moment die Tore geschossen."

"Mit dem lieben Gott verteidigt"

Auch das nötige Quäntchen Glück, dass den Berlinern in den vergangenen Wochen ein wenig fehlte, war ihnen diesmal hold. Denn nach einer kuriosen Szene, in der Rune Jarstein einen indirekten Freistoß aus knapp sechs Metern wegen wiederholten Ballaufnehmens verschuldete, wäre es fast noch einmal spannend geworden. Doch den Ball von Bailey klärte Lustenberger zunächst auf der Linie, Vollands Nachschuss landete an der Unterkante und sprang danach hin und her durch den Fünfer, ehe Jarstein den Ball unter sich begrub (72). "Wir haben mit dem lieben Gott zusammen verteidigt", sagte Dárdai mit einem Schmunzeln. Abgesehen von dieser Situation konnten sich dich Haupstädter aber durchaus auf die eigenen Qualitäten verlassen. Denn trotz zahlreicher Angriffsversuche der Hausherren, vor dem Spieltag mit der drittbesten Offensivabteilung auf Tabellenplatz 2, ließen die Hauptstädter nicht viel zu.

Auf den ersten Blick hat der dritte Erfolg in der Fremde, mit dem Hertha das sechstbeste Auswärtsteam der Liga ist, in der Tabelle wenig Auswirkungen gehabt. Die Blau-Weißen rangieren mit nun 30 Punkten noch immer auf Rang 11, allerdings sind es nur noch sechs Punkte auf den Vierten Eintracht Frankfurt. "Der Sieg sollte uns für die kommenden Wochen viel Selbstvertrauen geben. In der Tabelle ist für uns noch alles möglich – außer Bayern München einzuholen", sagte Kalou. Zehn Punkte Vorsprung sind es inzwischen auf den Tabellen-16. Mainz 05 - am kommenden Freitag (16.02.18) nächster Gegner der Dárdai-Elf. Gegen die Rheinhessen könnten die Herthaner am 23. Spieltag nachlegen - und so dem nächsten 'Karnevalsverein' einen nachträglichen Karnevalskater bescheren.

(fw/City-Press)

Profis, 29.05.2018
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