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Trauriger Abschluss

Beim Abschied von Julian Schieber kassieren die Herthaner am Samstagnachmittag (12.05.18) gegen Leipzig eine herbe Niederlage.

Berlin - "Schieber, Schieber, Schieber...!" - ein paar Minuten nach Abpfiff war das gerade zu Ende gegangene Spiel kurz vergessen. Vor der Ostkurve bekam ein Spieler seine verdienten Ovationen: Julian Schieber. Herthas Nummer 16 verlässt am Ende der Spielzeit 2017/18 Hertha BSC, um sich noch einmal eine neue Herausforderung zu suchen. Vier Jahre lief der Schwabe mit der Fahne auf der Brust auf - überschattet war seine Zeit durch langwierige Verletzungen. Spielte Schieber für die Blau-Weißen, gab er stets alles, um mit seinem Verein erfolgreich zu sein. Und das honorierten die Anhänger nach dessen letztem Spiel minutenlang. "Das ist der erste große Abschied in meiner Karriere, ich war überrascht, wie mich die Ostkurve verabschiedet hat und wünsche allen in dem Verein alles Gute", so der 29-Jährige. "Ich hatte hier vier Jahre, schöne Momente, aber auch sehr schwierige. Ich bin froh, ein Teil der Hertha-Familie gewesen zu sein. Die Jungs sind ein gutes Team, ich wusste immer, dass ich mich auf sie und den Verein verlassen kann – deswegen gehe ich schon etwas traurig."

Gesehen...
Rubrik 12.05.2018
Hertha BSC - RasenBallsport Leipzig

Für sein letztes Spiel hätte sich wohl nicht nur Julian Schieber ein anderes Endresultat gewünscht - die Rahmenbedingungen passten dagegen: gut 60.000 Zuschauer bei herrlichem Wetter hatten zum abschließenden 34. Spieltag den Weg ins Olympiapstadion gefunden. Den ganz frühen Nackenschlag durch Upamecano (2.) glich Kapitän Vedad Ibisevic zwar umgehend wieder aus (4.), doch Lookman antwortete für Leipzig nur Minuten später (8.). Die Gäste, die vor dem Spiel noch eine Minimalchance auf die Teilnahme am Champions League-Wettbewerb der kommenden Saison besaßen, legten noch vor der Pause nach - Augustin erhöhte auf 3:1. Pech hatten die Herthaner, dass Karim Rekik nur den Pfosten traf und Jordan Torunarigha den Nachschuss zu hoch ansetzte.

Gesagt...

"Ich habe gehofft, dass es eng bleibt, sodass ich nochmal ein Faktor werden kann."

Julian Schieber

Verdienter Leipziger Sieg

In der 58. Minute schickte Trainer Pál Dárdai Julian Schieber neben Davie Selke und Ibisevic auf den Rasen - bittererweise stand es zu diesem Zeitpunkt bereits 1:5. Leipzig hatte durch Werner (48.) und Augustin (54.) ihre Geschwindigkeit und Konterstärke ausgespielt. "Ich habe gehofft, dass es eng bleibt, sodass ich nochmal ein Faktor werden kann", meinte Schieber im Anschluss, "aber das Spiel lief genau in die andere Richtung. Es ist der verdiente Auswärtssieg für Leipzig ohne Highlight für mich geworden." Der Angreifer ließ es sich dennoch nicht nehmen, nochmals alles reinzuwerfen. Die Herthaner verkürzten nach schöner Flanke von Marvin Plattenhardt gar durch den Kopfball von Salomon Kalou (62.), doch das Tor blieb bestenfalls Ergebniskosmetik. Im Gegenteil: Bruma schlenzte kurz vor Schluss den Ball unhaltbar zum Endstand in den Winkel. "Es gibt keine Ausrede dafür, in einem Heimspiel sechs Gegentore zu kassieren. Das darf einfach nicht passieren", gab Torschütze Kalou danach unumwunden zu.

So geht eine Saison zwar mit dem Erreichen des selbst gesteckten Zieles zu Ende, doch die Hoffnung, mit einem Erfolgserlebnis in die Sommerpause zu gehen, bewahrheitete sich nicht. "Insgesamt war es eine durchwachsene Saison. Wir müssen unsere Schlüsse ziehen, um im kommenden Jahr wieder besser abzuschneiden", resümierte Herthas Nationalspieler Marvin Plattenhardt. Kalou ergänzte: "In der vergangenen Saison waren wir sehr heimstark, haben dafür auswärts nicht so viele Punkte gesammelt – in dieser Saison war es genau andersherum. Wir müssen in Zukunft einen Weg finden, um eine bessere Balance zu haben. Wir müssen aber die positiven Aspekte aus diesem Jahr mitnehmen." Die Saison ist durch, die Sommerpause steht an. Das Spiel gegen Leipzig war in mehrfacher Sicht kein freudiger Abschluss.

(war/City-Press)

Profis, 05.11.2018
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