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"Ich bin froh, bei so einem geilen Verein zu spielen!"

Per Skjelbred spricht im Interview über die Bedeutung eines Jubiläums, besondere Erlebnisse mit den Blau-Weißen und das Gastspiel in Hoffenheim.

Berlin - Per Skjelbred und Hertha BSC – das ist eine außergewöhnliche Beziehung. Der Norweger geht als Kämpferherz, Mittelfeldmotor und Leader auch in schwierigen Situationen stets voran und behält dabei immer den Kopf oben. Der 31-Jährige vermittelt durchweg ein positives Gefühl und identifiziert sich zu jeder Zeit mit Hertha BSC. Seit September 2013 läuft der Blondschopf für die 'Alte Dame' auf und bestreitet am Sonntag (14.04.19, 13:30 Uhr) aller Voraussicht nach sein 150. Bundesliga-Spiel für die Blau-Weißen. Im Interview mit herthabsc.de spricht Skjelbred über seine erste Partie für den Hauptstadtclub, die Zahl 150, besondere Momente mit der Fahne auf der Brust und das Auswärtsspiel in Sinsheim.

herthabsc.de: Per, erinnerst du dich noch an den 13. September 2013?
Skjelbred: (überlegt) Da haben wir gewonnen? Ah nein, da haben wir beim VfB Stuttgart verloren und das war mein erstes Spiel für Hertha BSC (grinst). Das war schon sehr hektisch. Ich bin vier Tage vorher in Berlin gelandet – ohne Gepäck, ohne Wohnung und ohne Familie. Ich hatte fast keine Eingewöhnungszeit und stand dann direkt in der Startelf. Das war schon ein kleiner Schock für mich. Aber es hat richtig Spaß gebracht, das erste Spiel für den neuen Verein ist immer etwas Besonderes. Nach der Partie war es aber ein komisches Gefühl: Ich bin nach Niederlagen immer sauer. Aber ich kannte die Jungs noch nicht so gut. Da konnte ich nicht richtig sauer sein (schmunzelt).

herthabsc.de: Eine Woche später folgte gegen den SC Freiburg dein erstes Tor für Hertha BSC – und das im zweiten Spiel. Was war das für ein Moment für dich?
Skjelbred:
Das war schon ein wichtiger Punkt (1:1 am 22.09.13, Anm. d. Red.) damals und natürlich ein sehr schönes Gefühl. In Freiburg ist es immer schwierig zu bestehen. Ich kann mich erinnern, dass es an dem Spieltag besonders heiß war, das hat es nicht unbedingt leichter für uns gemacht.

herthabsc.de:
Insgesamt stehst du nun bei 149 Bundesliga-Spielen für Hertha BSC. Am Sonntag wird aller Voraussicht nach dein 150. folgen. Ist das eine besondere Zahl für dich?
Skjelbred: Vielleicht … (lacht). Na klar, das ist eine besondere Zahl. Das ist eine runde Ziffer und es ist nicht so einfach, so eine Zahl in der Bundesliga zu erreichen. Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich das gut einordnen kann. Wir haben mit dem Club viel erreicht, ich habe viele gute Spieler getroffen und Freunde kennengelernt – Menschen aus der ganzen Welt. Ich bin einfach froh, bei so einem geilen Verein zu spielen und dass ich die Möglichkeit habe, in so einer außergewöhnlichen Stadt mit meiner Familie zu wohnen. Meine Kinder sind hier groß geworden und verbringen bisher ihr gesamtes Leben in dieser Stadt. Das ist schon etwas Besonderes. Nach der Karriere kann man sich dann das Trikot mit der Zahl anschauen und ich kann meinen Enkelkindern sagen: "Der Opa hat eine lange Zeit in Berlin für Hertha gespielt."

Gesagt...

"Für mich ist es das größte Highlight, wenn wir zusammen als Team etwas Schönes erreichen."

Per Skjelbred

herthabsc.de: Wenn du auf die knapp sechs Jahre zurückblickst: Hast du ein bestimmtes Highlight, an das du dich gerne erinnerst?
Skjelbred: Für mich ist es das größte Highlight, wenn wir zusammen als Team etwas Schönes erreichen. Und dazu haben wir als Mannschaft jedes Wochenende die Möglichkeit: Egal ob wir ein Drecksspiel gewinnen, einen Zweikampf für uns entscheiden oder wenn mein Mitspieler mir in einer Situation auf dem Platz hilft – das sind alles geile Momente.

herthabsc.de: Seitdem du in Berlin spielst, habt ihr schon zwei Mal vier Spiele am Stück verloren. Im fünften Spiel folgte jeweils ein Unentschieden – vor fast genau fünf Jahren hieß der Gegner auch: TSG Hoffenheim. Damals endete das Spiel mit einem 1:1-Unentschieden. Was für eine Partie erwartest du am Sonntag?
Skjelbred: Momentan ist es wichtig, dass wir einfach eine gute Leistung abliefern und nach 90 Minuten schauen wir dann, welches Ergebnis daraus resultiert. Das Wichtigste ist, dass wir zurück zu unserer Defensivstabilität finden. Auswärts in Hoffenheim wird es kein einfaches Spiel. Die TSG ist gut drauf und kommt über viel Ballbesitz. Da müssen wir die Möglichkeiten, die sich für uns ergeben, nutzen.

herthabsc.de: Zum Abschluss werfen wir einen Blick in die Zukunft: Wie viele Partien kommen für Per Skjelbred in Berlin noch hinzu?
Skjelbred: Das kann ich heute noch nicht sagen - ich hoffe, so viele wie möglich (lächelt)! Ich muss die Zeit einfach genießen und dann schauen wir mal, wie viele Spiele noch hinzukommen.

(sj/City-Press)

Profis, 10.04.2019
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