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Kiek ma, wo dit hinjeht: Mönchengladbach

Am Samstag (09.02.19, 15:30 Uhr) tritt Hertha BSC beim Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach an. Die 'Fohlenelf' im Porträt, präsentiert von Hauptsponsor TEDi.

Berlin – Was Jupp Heynckes in diesen Tagen wohl denken wird? Vermutlich wird sich der Ausnahmetrainer, der seine Karriere im vergangenen Sommer endgültig beendet hat, freuen. Denn sein ehemaliger Verein Borussia Mönchengladbach, bei dem er als Spieler und Fußballlehrer gewaltige Spuren hinterlassen hat, spielt eine wirklich herausragende Saison. Dabei wird es der 73-Jährige auch verkraften können, dass die Borussen einen Rekord, den Coach Heynckes 1983/84 mit seiner Elf aufgestellt hat, eingestellt haben: zwölf Heimsiege in Serie. "Es ist klasse, wenn man mit einem starken Team aus den Achtzigerjahren verglichen wird. Ich war damals als Spieler im Kader, bin also an beiden Rekorden beteiligt. Mit einem Trainer wie Heynckes verglichen zu werden, der ja mein erster Trainer in der Bundesliga war, ist natürlich toll", sagt Dieter Hecking, der die 'Fohlenelf' seit Ende 2016 trainiert. Ein weiterer Erfolg am Samstag (09.02.19, 15:30 Uhr) gegen Hertha BSC wäre gleichbedeutend mit einer alleinigen Bestmarke. Hauptsponsor TEDi präsentiert die Gegnervorschau.

Die sportliche Situation: Die Elf vom Niederrhein ist aktuell mit 42 Zählern Tabellenzweiter – und damit der erste Verfolger von Borussia Dortmund (49 Punkte). Der Vorsprung auf Rang 5 beträgt sogar schon stolze zehn Zähler. Die Gladbacher, in den vergangenen Jahren so etwas wie ein Dauergast im Europacup waren, sind also auf Kurs Champions League. Grund dafür ist auch der perfekte Start in die Rückrunde der Saison: Der VfL triumphierte in Leverkusen, gegen Augsburg und auf Schalke und heimste neun von neun möglichen Punkten ein. Torwart Yann Sommer blieb dabei ohne Gegentreffer. "Wir haben einen guten Start in das neue Jahr erwischt, dürfen uns darauf aber nicht ausruhen, sondern müssen weiter Gas geben", sagte Thorgan Hazard. Der spielstarke belgische Offensivspieler hat einen entscheidenden Anteil am guten Lauf der Borussen: In 19 Einsätzen verbuchte der 25-Jährige bereits neun Tore und acht Vorlagen.

Die Mönchengladbacher im Fokus: Doch nicht nur Hazard drückt der Offensive der 'Fohlen' seinen Stempel auf. Sein Kollege Alassane Plea steht bereits bei zehn Bundesliga-Treffern. Anlaufschwierigkeiten beim Rekordtransfer der Borussen, der im vergangenen Sommer aus Nizza kam? Fehlanzeige! "Wir schätzen Alassanes Zielstrebigkeit. Er hat oft die wichtigen Tore geschossen, also das 1:0, nicht das 6:0 oder 5:0", lobte ihn Sportdirektor Max Eberl. Der Franzose, der am Niederrhein zum Nationalspieler reifte, weckt bei dieser starken Bilanz natürlich Begehrlichkeiten. Doch ein Wechsel kommt für den 25-Jährigen nicht in Betracht. "Ich will hier bleiben und nicht nach einem Jahr wieder verschwinden. Es ist ein sehr gutes Projekt, das momentan bei Borussia läuft - und das soll nächstes Jahr weitergehen", so der Stürmer.

Gesagt...

"Hertha ist allemal so gut, dass sie uns Probleme bereiten und vielleicht auch schlagen können."

Florian Neuhaus

Die Schnittstellen: Jahrelang standen in beiden Kadern viele Profis mit einer Vergangenheit beim jeweils anderen Verein. Aktuell sind es 'nur' noch drei Akteure, die Stallgeruch an der Spree und am Niederrhein aufweisen. Mathew Leckie, der am Wochenende verletzungsbedingt ausfallen wird, kam 2011 aus seiner australischen Heimat nach Deutschland. Seine erste Profistation fernab der Heimat: Borussia Mönchengladbach. Bei den Borussen kam der Flügelspieler, seit 2017 bei der 'Alten Dame', allerdings kaum zum Zug. Im Aufgebot der Mönchengladbacher stehen in Ibrahima Traoré und Raffael zwei ehemalige Herthaner. Traoré lief zwischen 2007 und 2009 für den Hauptstadtclub auf (61 Spiele für die U23, ein Bundesliga-Spiel). Prägender war ohne Zweifel Raffael. Der technisch versierte Brasilianer verzückte zwischen 2008 und 2012 den blau-weißen Anhang, erzielte in 163 Pflichtspielen 39 Treffer. Über die Zwischenstationen Kiew und Schalke landete der 33-Jährige 2013 bei den 'Fohlen' und avancierte auch dort zum Leistungsträger. Sein Manko: Nicht erst seit dieser Saison werfen ihn Verletzungen immer wieder aus der Bahn. Auch das Wiedersehen mit Hertha BSC muss wegen eines Schlüsselbeinbruches ausfallen. Der Spielgestalter will seinen auslaufenden Vertrag in Mönchengladbach aber in jedem Fall noch einmal verlängern. "Es gab und gibt Anfragen aus Brasilien. Mein Plan ist es aber, bei Borussia zu bleiben, bis ich meine Karriere beende. Ich will auf jeden Fall verlängern", so der Zauberfuß.

Das Hinrundenduell: Der 22. September 2018 war ein Fußballfeiertag im Berliner Olympiastadion! Mit 4:2 besiegte eine stark aufspielende Elf von Trainer Pál Dárdai die Borussen vom Niederrhein – und das trotz des vierten Elfmeters am vierten Spieltag gegen die Blau-Weißen. Vedad Ibišević mit einem Doppelpack, Ondrej Duda und Valentino Lazaro waren für die Hausherren erfolgreich. "Das war ein perfekter Tag für uns", freute sich der Lazaro, der erstmals im eigenen Stadion traf. "Es war ein Gänsehaut-Moment, vor und mit unseren Fans zu feiern." Einziger Wermutstropfen: Marko Grujić verletzte sich nach einem Foul von Patrick Herrmann am Sprunggelenk und fehlte wochenlang.

Die Meinung über den Hauptstadtclub: Auf der Pressekonferenz kündigte Hecking an, worauf es für sein Team ankommen wird, um gegen die 'Alte Dame' erfolgreich zu sein: "Wir müssen uns auf eine sehr gute Mannschaft einstellen, gegen die wir Lösungen finden müssen. Wir werden Druck aufbauen, Geduld haben und gut verteidigen müssen." Auf die Frage, ob es von Vorteil sei, dass die Berliner 120 Minuten mehr in den Knochen haben, sagte er: "Ich gehe davon aus, dass Hertha die Belastung gut wegstecken kann. Es liegt an uns, den Gegner zu beschäftigen und zu viel Laufarbeit zu zwingen." Auch sein Schützling Florian Neuhaus warnte davor, die Blau-Weißen auf die leichte Schulter zu nehmen: "Wir müssen unsere Leistung auf den Platz bringen, so wie wir das in den vergangenen Wochen getan haben. Gelingt das, haben wir eine sehr gute Chance, auch dieses Spiel zu gewinnen. Gelingt das nicht, dann ist Hertha allemal so gut, dass sie uns Probleme bereiten und vielleicht auch schlagen können", so Neuhaus, der außerdem auf mehrere Berliner Einzelspieler verwies: "Hertha hat individuell sehr gute Spieler, gerade auch in der Offensive. Vedad Ibišević und Salomon Kalou haben wahnsinnig viel Erfahrung, Davie Selke hat zuletzt regelmäßig von Beginn an gespielt und auch Marko Grujić zeigt starke Leistungen. Und Ondrej Duda hat bereits neun Treffer erzielt. Wir sind gewarnt."

(fw/dpa)

Profis, 08.02.2019
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