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Ein Rückblick auf die Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

Anhänger von Hertha BSC und dem Karlsruher SC waren in der vergangenen Woche auf Studienfahrt in Polen.

Berlin - Ein Blick in die Vergangenheit: In der Vorwoche waren Fans von Hertha BSC und dem Karlsruher SC nach Polen gereist, um dort mehr über die Verbindungen 'ihrer' Vereine und dem Nationalsozialismus zu erfahren. Während ihrer sechstägigen Reise (21. - 26.03) besuchten die 25 Fußballfans, begleitet von den Historikern Juliane Röleke und Simon Metz, das ehemalige deutsche Konzentrationslager- und Vernichtungslager Auschwitz in der Stadt Oświęcim sowie das ehemalige jüdische Ghetto in Kraków. Die Gedenkstättenfahrt, die in ähnlicher Form bereits im Vorjahr stattfand, ging aus der Initiative der Fanprojekte Berlin und Karlsruhe hervor.

Während der gesamten Studienfahrt hatten die Reisenden das Ziel, mehr über die Schicksale von Dr. Hermann Horwitz und Julius Hirsch herauszufinden. Der jüdische Mediziner Horwitz war während der 1920er-Jahre Mannschaftsarzt bei Hertha BSC und betreute auch die Meistermannschaften der 1930er-Jahre. Hirsch war deutsch-jüdischer Nationalspieler und bis 1933 Mittelfeldspieler für Karlsruhe. Beide mussten aufgrund der menschenverachtenden NS-Politik ihre Vereine verlassen, da ihnen keine Vereinszugehörigkeit erlaubt war. Anschließend ließ man sie ins Konzentrationslager nach Auschwitz deportieren, wo sich ihre Spuren verloren.

 

Bewegende Momente

Zu Beginn der Reise besuchte die Reisegruppe Oświęcim. Jenen Ort, in dem sich während der NS-Zeit der Lagerkomplex Auschwitz-Birkenau-Monowitz befand. Die Teilnehmenden besichtigten zunächst unter anderem das 'Jüdische Zentrum', eine Kombination aus Museum und Synagoge, und informierten sich über die ausgelöschte jüdische Geschichte der Stadt Oświęcim. Am zweiten Tag ging es für die Reisenden in die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz I (Stammlager). Dort befand sich zwischen 1940 und 1945 eines der größten deutschen Konzentrationslager. Am Donnerstag (23.03.17) waren die Berliner und Karlsruher im ehemaligen Vernichtungslager Birkenau (Auschwitz II).

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Rubrik 29.03.2017
Gedenkstättenfahrt Auschwitz

In Birkenau zeigte sich die Gruppe tief ergriffen von den gesammelten Eindrücken. Als Symbol der Anteilnahme hatten die Hertha-Anhänger einen Fußball zu Ehren des Mannschaftsarztes Horwitz gestaltet und diesen am zentralen Mahnmal abgelegt. Um das Erlebte zu verarbeiten, fand sich die Reisegruppe am Abend zu einem gemeinsamen Fußballspiel zusammen. Im Nachhinein eine wichtige Erfahrung, die die menschliche Verbindung untereinander stärkte. Das Hauptaugenmerk am dritten Tag lag auf der Geschichte des Lagers Monowitz (Auschwitz III), wo Dr. Horwitz mehrere Tage gefangen war.

Abschluss in Krakau

Als letzte Unternehmung fuhr die Reisegruppe am Freitagabend nach Krakau. Im früheren jüdischen Viertel Kazimierz trafen die Fans auf die Zeitzeugin und Holocaust-Überlebende Rena Rach, die im Ghetto Krakau geboren worden war. Im Gespräch erzählte sie von ihren schrecklichen Erlebnissen und ihrer bewegenden Lebensgeschichte. Viele der Mitgereisten fühlten sich vor allem menschlich bereichert und schätzten die gestärkte Verbindung beider Fanlager.

(jd/herthabsc)

Intern, 28.02.2018
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